Chronik

 

Lautsprecher bis 1948

   

vor 1900

       

1860

 

erster elektroakustischer »Reproductionsapparat«

  Telephon von Reis
   

Johann Philipp Reis [...]

 
         

1878

 

erster elektrodynamischer Lautsprecher

  Telephon/Lautsprecher von Siemens
   

 

 
         

1878

 

erstmals Begriff »loud speaking telephone«

Edisons Elektromotographen, 1874 für telegraphische, ab 1877 auch für telephonische Zwecke eingesetzt, sei 1878 aufgrund seiner erzielten Reichweiten in The Times die Bezeichnung "loud speaking telephone" gegeben worden, und "dies dürfte demnach das erstemal (1878) sein, daß ein Gerät 'lautsprechendes Telephon' genannt wurde; es ist auch anzunehmen, wenn auch nicht ganz sicher, daß man aus dieser Bezeichnung den […] Namen 'Lautsprecher' ableitete". [Mönch 1925, 36]

   
         

1898

 

elektrodynamischer, trichterloser Lautsprecher von Lodge

Am 27.4.1898 meldet der Physiker Sir Oliver Lodge (ab 1900 erster Präsident der Universität Birmingham, seit 1902 Sir) das britische Patent Nr. 9712 über einen elektrodynamischen Wandler an und baut nach diesem Prinzip im selben Jahr einen trichterlosen Lautsprecher mit Schwingspulensystem, "welcher als Urtype aller nachfolgenden dynamischen Lautsprecher angesehen werden kann und der sich im wesentlichen auch mit den heute noch üblichen Ausführungen deckt" [Nesper 1929, 6].

 

Telephon von Reis

         

ab 1900

       

ca. 1903

 

Doppelkopftelephone (Kopfhörer) für die Telegraphie

   
   

"Die Radio-Telegraphie früherer Zeiten hat den Typ des Doppelkopftelephons geschaffen, damit der die Morsezeichen abhörende Beamte sofort die Niederschrift der Telegramme mit der Hand bewirken konnte. Die Konstruktion des Doppelkopftelephons, bei welchem die beiden Hörmuscheln durch einen Bügel am Kopf gehalten werden, fällt etwa in das Jahr 1903, also in die Zeit der Erfindung und Nutzbarmachung der elektrolytischen Zelle." [Nesper in: Radio-Amateur 3 1924a, 79]

   
         

1923

       

1923

 

Lautsprecher für die R.-T. (Radio-Telephonie) in Deutschland

   
   

Noch vor Beginn des offiziellen Rundfunks in Deutschland im Oktober 1923 entsteht Bedarf an Radiolautsprechern als Ersatz für die per Kabel an das Empfangsgerät gekoppelten Kopfhörer, durch die der Radioamateur in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und die nur ein je einzelnes Zuhören gestatten. Einer der Pioniere der Rundfunkamateurbewegung in Deutschland, Eugen Nesper, behandelt bereits in der ersten Auflage seines Buches Der Radio-Amateur von 1923 innerhalb des Kapitels über die Verstärker der Rundfunkempfänger auch Lautsprecher, "die sich mehr und mehr für den objektiven Empfang einbürgern" (Vorwort zur ersten Auflage, zit. nach [Nesper 1925a, VI]). In der "sechsten, bedeutend vermehrten und verbesserten Auflage" von 1925 wird Nesper den elektroakustischen Wandlern Telephon und Lautsprecher dann ein eigenes Kapitel widmen, "da diese beiden wichtigsten Indikationsapparate für jeden Rundfunkinteressenten heute schon zu einer Spezialwissenschaft geworden" seien [Nesper 1925a, X].

   
         

1923/24

 

stromloser Lautsprecher-Radioempfang

   
   

1924 wird im Radio-Amateur das knapp ein Jahr zuvor in England entwickelte Frenophone der "S. G. Brown Ltd. of England" vorgestellt, das als rein mechanisch funktioniernder Lautsprecher in Kombination mit einem Detektorgerät den stromlosen Lautsprecher-Radioempfang ermögliche [Schenk in: Radio-Amateur 26 1924].

 

Frenophone

         

27.3.1924

Rice-Kellogg-Lautsprecher

   
         

1925

       

1925

erste deutschsprachige Lautsprecher-Monographie

   
         

ca. 1925

 

Gigantophone von Marconi

  Gigantophone
         

1925

 

lautsprechende Fernhörer

   
   

"Der sogenannte Lautsprecher soll einem Bedürfnis in Sälen, in der Marine, auf Arbeitsplätzen usw. genügen, ohne daß der Apparat an das Ohr des Hörenden gelegt werden muß. Der Fernhörer wird dazu durch Vergrößerung des magnetischen Magazins, Anwendung von Schalltrichtern, Resonanzböden usw. hergerichtet. Indessen ist das Ergebnis bisher hauptsächlich deshalb immer noch wenig befriedigend, weil die Unreinheiten, die beim gewöhnlichen Fernhörer zu leise tönen, um wahrgenommen zu werden, ebenfalls verstärkt werden und die Wiedergabe unrein erscheinen lassen." [Bähr in: ETZ 20 1925, 734]

   
         

1925

 

Trichterlautsprecher und Trichteraufsatz für Kopfhörer

   

Funkausstellung

 

"Auf dem Gebiete der Lautsprecher fällt der der Vox-Maschinen A. G., Berlin, auf, welche den Trichter durch das Gehäuse einer großen Meerschnecke ersetzt und damit das alte Tritonshorn wieder zu Ehren gebracht hat. Die Lautstärke läßt nichts zu wünschen übrig, und auch der Klang scheint dem der besten Trichter nicht nachzustehen. – Der »Telefunken-Sprecher« (Abb. 3) weist oben den üblichen Lautsprechertrichter auf, unten teilt sich das Rohr und endet in zwei tuchbelegte Scheiben, an die man die Muscheln eines gewöhnlichen Kopfhörers unter Ausnutzung des Druckes der Bügelfeder anlegt. Der so erhaltene Lautsprecher ist überraschend gut." [Burstyn in: ETZ 41 1925, 1550]

 

Telefunken-Sprecher

         

Herbst 1925

 

Messung der Güte von Lautsprechern

  Meßverfahren
   

Auf der Kölner Herbstmesse 1925 stellt das Telegraphentechnische Reichsamt ein "Verfahren zur Messung der Güte von Lautsprechern" vor, "das auf akustischem Wege den Verlauf der Lautstärke in Abhängigkeit von der Frequenz festzustellen gestattet" [Hoerner in: ETZ 7 1926, 196].

 
         

1926

       

September 1926

 

Lautsprecher ersetzen Kopfhörer beim Rundfunkempfang

Für die auf der Berliner Funkausstellung präsentierten Rundfunkgeräte wird neben einer leichteren Bedienbarkeit der "Lautsprecherempfang" zum vielfach beworbenen Qualitätsmerkmal [Riedel 1994, 27]. Die Loewe-Radio GmbH beispielsweise preist als "Volksempfangsgerät" sowohl einen Orts- als auch einen Fernempfänger an, die beide mit einem Lautsprechernanschluß ausgestattet sind und sich durch "leichte Bedienung" sowie "außergewöhnlich niedrigen Preis" auszeichnen (Loewe-Werbung 1926, repr. in [Diller in: StRug 3 1983, 151]).

 

Volksempfänger

         

1926

 

Tendenz zu trichterlosen Radiolautsprechern

   

Funkausstellung

 

"Was die eigentlichen Schallgeber anbetrifft, die Kopfhörer und Lautsprecher, sind kaum neue Gedanken zu verzeichnen, und es ist nur festzustellen, daß der Lautsprecher immer mehr Raum gewinnt. Sein Trichter verbirgt sich mit Vorliebe schamhaft in einem Einbau, wie bei dem recht geschmackvollen »Superton« (Abb. 8) der Ideal G.m.b.H., oder er fehlt ganz, und eine großflächige Membran tritt an seine Stelle. Hier ist der »Conus«-Lautsprecher (Abb. 9) der Tefag zu nennen, der eine imprägnierte Seidenmembran besitzt, und der elektrodynamische Falzlautsprecher von S. & H., dessen großes, vierseitiges Modell in der Mitte der Halle hing und sie mit Musik versorgte." [Burstyn in: ETZ 39 1926, 1126]

 

trichterlose LS

  - Superton

  - Conus

  - Falzlautspr.

         

1927

       

1927

"Lautsprecher" in Meyers Lexikon

   
         

Frühjahr 1927

Markteinführung des Rice-Kellogg-Lautsprechers in Deutschland

  Rice-Kellogg-Lautsprecher
   

Im Frühjahr 1927 ist der elektrodynamische Konuslautsprecher nach Rice und Kellogg auf der Leipziger Messe zu hören. Dieser "Lautsprecher von überragender Qualität" ist eingebaut im elektrischen Schallplattenspieler »Polyfar«, der von der AEG für den Grammophon-Konzern (Polyphonwerke und Deutsche Grammophon) fabriziert werde und baugleich sei mit General Electrics »Panatrope«-Gerät [Norden in: ETZ 9 1927, 262]. Zudem wird der Rice-Kellogg-Lautsprecher im September auf der Berliner Funkausstellung von der AEG unter der Bezeichnung »Geaphon« präsentiert. Als "Hallen-Lautsprecher" schließe er die Lücke zwischen Riesen- und Heimlautsprechern [AEG-Mitteilungen 11 1927, 447f.].

 
         

1928

 

elektrodynamischer Antrieb für große Lautstärken

   

Funkausstellung

 

"Unter den Lautsprechern ist der elektromagnetische weitaus am häufigsten. Für größere Leistungen wird er mit magnetisch-neutralem Anker versehen, nach Art eines polarisierten Relais. Der elektrostatische Lautsprecher hat sich auf der Höhe des Vorjahres gehalten. Elektrodynamischer Antrieb wird insbesondere in Verbindung mit Kraftverstärkern verwendet, weil er allein auch für große Amplituden Proportionalität zwischen Strom und Ausschlag, also verzerrungsfreie Wiedergabe, sichert." [Burstyn in: ETZ 41 1928, 1506]

 

elektro-
  -magnetisch
  -statisch
  -dynamisch

         

1930

       

August 1930

Reichweitenversuche mit dem "Gigant-(Wotan-)Lautsprecher"

 

Riesenblatthaller

   

Weitere Verbesserungen des Riesenblatthallers, vor allem die Erhöhung seines elektroakustischen Wirkungsgrades [Neumann in: WVS 2 1930], demonstriert der Siemens-Konzern im August 1930 werbewirksam durch Reichweitenversuche mit einem auf dem Berliner Funkturm aufgestellten, 200 kg schweren Hochleistungsblatthaller. "Sprache konnte auf Entfernungen von einigen Kilometern verständlich übertragen werden." [Trendelenburg 1975, 193]

 

Reichweitenversuche

         

1931

       

1.10.1931

 

Telefunken übernimmt die elektroakustischen Abteilungen von Siemens und AEG

   
   

Am 1.10.1931 legen die AEG und Siemens ihre Forschungseinrichtungen für Elektroakustische Anlagen (Ela) zusammen und übergeben sie an das gemeinsame Tochterunternehmen Telefunken [Heinzelmann in: Thiele 2003, 211]. Auch die Entwicklungsabteilungen für Rundfunkempfänger werden an Telefunken abgetreten, außerdem die technische und kaufmännische Leitung der Klangfilm GmbH (ebenfalls ein gemeinsames Tochterunternehmen von Siemens und AEG) [Mohr in: Thiele 2003, 27].

   
         

1932

       

19.-28.8.1932

Heimlautsprecher auf der Funkausstellung

   

Funkausstellung

 

"Auf dem Lautsprechergebiet beherrscht in diesem Jahr der hochwertige dynamische Heimlautsprecher unbedingt das Feld. Dabei sind die Preise gegenüber früher außerordentlich gesenkt worden." Neben diesen seien in ungefähr gleichem Umfang Freischwinger-Lautsprecher verkauft worden. [Noack in: RGH 7 1932, 189 u. 191]

   
         

1932

 

Maximus mit hohem Wirkungsgrad von Körting

 

Dr. Dietz & Ritter

   

Auf der Berliner Funkausstellung 1932, auf der die Dr. Dietz & Ritter GmbH erstmals Rundfunkempfänger unter der Markenbezeichnung »Körting« vorstellt, präsentiert die Firma in ihrer »Excello«-Lautsprecherserie den elektrodynamischen Großlautsprecher Maximus mit angeblich um 400% erhöhtem Wirkungsgrad.

  Maximus 1932
         

1933

       

11.8.1933

 

Volkslautsprecherverträge

Am 11.8.1933 wird von 49 Lautsprecherproduzenten der "Lautsprecher-Vertrag" mit dem "Lautsprecher-Rabattvertrag" abgeschlossen [Otte in: AfF 2 1934, 41]. Mit der "sogenannten Lautsprecher-Hilfsaktion" verpflichten sich zudem die Rundfunkgeräte produzierenden Firmen, "einen bestimmten Anteil der Produktion an Lautsprecher-Systemen aufzugeben und diesen von der Lautsprecherindustrie zu übernehmen." [Lotz in: AfF 2 1935, 56]

   
         

18.-27.8.1933

 

Volksempfänger »VE 301« mit kostengünstigem Freischwinger

 

Volksempfänger

Funkausstellung

 

Auf der Berliner Funkausstellung 1933 vom 18. bis zum 27. August ("die einzige, die Hitler besucht hat" [Riedel 1994, 66]) wird der Volksempfänger präsentiert als nationalsozialistisch initiierte Gemeinschaftsproduktion der 28 apparatebauenden deutschen Firmen (aufgelistet in [Riedel 1994, 67]). In den insgesamt sparsam ausgestatteten VE 301 ist als kostengünstiger Lautsprecher ein Freischwinger eingebaut – ein elektromagnetisches System, das klanglich nicht mit den dynamischen Wandlern konkurrieren kann, einen allerdings vergleichsweise hohen Wirkungsgrad aufweist. Der VE könne daher auch für gemeinschaftliche Abhörstellen eingesetzt werden, "wenn es sich um ländliche Bezirke und kleine Räume mit wenigen Personen handelt. […] Diese Empfänger sind überall da verwendbar, wo 0,5 Watt Sprechleistung ausreicht." [Wigge 1934, 39]

   
         

1934

       

1934

Übersicht Leistungen Lautsprecher

   
         

1934

Volkslautsprecher VL 34

   
         

1934

 

neue Lautsprecher-Meßgeräte

 

Siemens & Halske

   

"Einen bedeutenden Fortschritt in der Richtung der Lautsprechermessungen stellen zwei neue Siemensgeräte dar, die heute in jedes elektroakustische Spezial-Laboratorium gehören: Der 'objektive Siemens-Geräuschmesser' für gehörsmäßige Klangstärkemessungen (Abb. 11) und der 'Siemens-Netzanschluß-Schwebungssummer' mit Heulzusatz (Abb. 12). Die subjektive Wirkungsgradsteigerung bei Lautsprechern, die man mit diesen Geräten sehr elegant nachweisen kann, ist ja schließlich viel, viel wichtiger als irgendwelche im Hallraum oder im akustischen Dunkelraum gemessenen physikalischen Wirkungsgrade." [anonym in: Radio-Händler 1 1935, 22]

   
         

 

     

1935

      Pilzlautsprecher im Brockhaus

1935

Telefunkens Pilzlautsprecher im Großen Brockhaus

 
   

Der Artikel "Lautsprecher" im 20bändigen Brockhaus von 1932 wird im 1935 erscheinenden Ergänzungsband um Informationen über Telefunkens Pilzlautsprecher erweitert. In enzyklopädisch ungewöhnlicher Weise wird hiermit die Leistung einer Firma gewürdigt und die Bedeutung der echofreien Pilzlautsprecheranlagen für die nationalsozialistischen Massenveranstaltungen hervorgehoben.

 
       

1935/36

 

Rund- und Richtstrahler zur Massenbeschallung

  Lautklinger
   

"Der besonderen Aufgabe, eine möglichst zweckentsprechende Schallabstrahlung für eine größere Hörerzahl zu vermitteln, dienen die Rund- und Richtstrahler, die neuerdings von zahlreichen Fabriken in bezüglich Form und Material teilweise voneinander abweichenden Ausführungen herausgebracht werden." [Nesper in: Günther (Hg.) 1936, 44]

 
       

1936

       

1936

 

dynamische Lautsprecher vorherrschend

   
   

"Im Lautsprecherbau beherrscht das dynamische Prinzip das Feld, wenn auch für einfachere Geräte vielfach noch magnetische Lautsprecher verwendet werden. Kapazitive Lautsprecher sind nach verschiedenen, nicht recht geglückten Versuchen wieder von der Bildfläche verschwunden. In der letzten Zeit tauchen für Spezialzwecke (als Hochtonlautsprecher) piezoelektrische Systeme auf." [v. Braunmühl in: AZ 3 1936, 148]

 

elektroak. Wandler

         

1936

 

Großlautsprecher auf der Funkausstellung 1936

 

Telefunken Löschstrahler
 Löschstrahler

Massenbeschallung

 

"Außer dem Bestreben, die akustischen Eigenschaften der Geräte zu verbessern, hat auch die immer häufigere Verwendung von Übertragungsanlagen bei nationalen Feiern, großen Sportveranstaltungen u. ä. der Lautsprecherfabrikation einen starken Antrieb gegeben.

 

Olympiade 1936

 

Telefunken zeigte die bei der Olympiade benutzten Löschstrahler, deren Wirkung im Olympia-Stadion gut beobachtet werden konnte. […]

 
   

Von der Firma Telwa wurden zum erstenmal piezo-elektrische Hochtonlautsprecher gezeigt. Der Wirkungsgrad dieser Lautsprecher soll im Gebiete von 2000 bis 13000 Hertz ungefähr zehnmal so groß wie der eines Konuslautsprechers sein." [Kösters in: AZ 2 1936, 103f.]

 
         

1937

 

Funkausstellung 1937

   
   

"Im Lautsprecherbau sind die alten bewährten Anordnungen beibehalten und in Einzelheiten verbessert worden […]." [Kösters in: AZ 5 1937, 272]

   
         

1938

       

1938

Telefunkens formschöne Flachlautsprecher

   
   

Mit einer Tiefe von nur 50 mm bietet Telefunken ab 1938 dynamische Zimmerlautsprecher in rechteckigem Gehäuse an, die wie Bilderrahmen anzubringen sind – "unauffällig und ohne das architektonische Bild zu stören"; diese neue Lautsprecherart erfülle nicht nur die üblichen klanglichen Anforderungen, sondern trage auch einem neuerdings erhobenen ästhetischen Bedürfnis Rechnung, da "die Lautsprecheranlage in vielen Baulichkeiten der Partei, der Städte usw. zu einer selbstverständlichen Einrichtung geworden" sei [Fo. in: Telefunken Nachrichten 1938].

   
         

1938

Telefunkens versteckte Bodenlautsprecher

   
   

Auch bei der Konstruktion des Bodenlautsprechers, zum erstenmal eingesetzt beim Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau vom 23. bis 31. Juli 1938, steht der Aspekt der Sichtbarkeit im Vordergrund. Wie Gullydeckel in die Erde eingelassen, ansonsten wie Pilzlautsprecher in 50-Meter-Abständen auf den zu beschallenden Feldern verteilt, sollen diese Lautsprecher den Blicken der Zuschauer entzogen werden, um das Bild bei "rhythmisch stark bewegten Übungen" nicht zu stören [Fo. in: Telefunken Nachrichten 1938], wozu beispielsweise auch die elektroakustisch choreographierten Massenaufmärsche zählen.

   
         

15.-21.8.1938

 

Deutscher Kleinempfänger mit Freischwinger-Lautsprecher

   

Funkausstellung

 

Während der Volksempfänger bei konstantem Preis (65 RM) nun mit elektrodynamischem Lautsprecher ausgerüstet wird (»VE 301 Wn Dyn« und »VE 301 Dyn GW«), erhält der auf der Funkausstellung 1938 präsentierte Deutsche Kleinempfänger DKE 1938 das veraltete Freischwinger-System, um ihn für äußerst preiswerte 35 RM anbieten zu können.

 

Volksempfänger

Kleinempfänger

         
   

Lautsprecher auf der Funkausstellung 1938

   
   

"Auf dem Gebiete des Lautsprecherbaues ist grundsätzlich Neues nicht ausgestellt worden. Telefunken verkleinert die Bautiefe des normalen dynamischen Lautsprechers dadurch, daß der Topfmagnet in den Konus hineinverlegt wird. Auf dem Stand der Deutschen Reichspost wird die Klangfilm-Euronor-Kombination gezeigt. Dieser Lautsprecher ist für Kinotheater und große Übertragungen entwickelt worden. Er besteht aus einem Tieftontricher von 2 x 2 m Austrittsfläche und 3 Hochtonsystemen und hat ein sehr ausgeglichenes Frequenzband bis zu sehr tiefen Frequenzen." [Kösters in: AZ 5 1938, 319]

 

Flachlautsprecher

Klangfilm-Euronor

         

1939

       

1939

 

Kooperation von Architekten und Elektroakustikern, Lautsprecher überall

Mit einer 28seitigen, umfangreich illustrierten Firmendruckschrift richtet sich Telefunken an Architekten, um auf die nötige Zusammenarbeit mit Elektroakustikern bereits bei der Planung staatlicher und privater Gebäude sowie öffentlicher Plätze hinzuweisen. Nicht nur im Rahmen des Gemeinschaftsempfanges würden "in den Bauten der Partei, des Staates und der Wehrmacht, in großen und kleinen Betrieben, in Büro- und Verwaltungsgebäuden, auf Straßen und Plätzen Lautsprecheranlagen errichtet", zahlreiche weitere inzwischen verbreitete Anwendungsmöglichkeiten von Lautsprecheranlagen seien architektonisch zu berücksichtigen. "Es gibt einfach kein Gebiet des öffentlichen Lebens mehr, das nicht von elektroakustischen Anlagen in irgendeiner Form Gebrauch macht oder Gebrauch machen kann." [Telefunken 5 Ela 361]

  Architektur
         

1939

 

Lautsprecher auf der Berliner Funkausstellung 1939

   

Funkausstellung

wenig Neues

 

"Die Entwicklung des dynamischen Lautsprechers scheint schon seit mehreren Jahren so ziemlich zum Abschluß gekommen zu sein. Man sieht deshalb wenig Neues. Nach den Angaben der Aussteller bemüht man sich zur Zeit vor allem darum, die Feldstärke im Luftspalt zu erhöhen, um die Empfindlichkeit zu steigern und um, was erheblich wichtiger erscheint, die Haupteigenschwingungen der Membranen zu dämpfen. Grawor zeigt einen Kristallautsprecher, der die Form einer allseitig geschlossenen flachen Dose von etwa 12 cm Durchmesser hat. Er trägt den Namen »Leisesprecher« und soll vor allen Dingen von Kranken benutzt werden, die an Stelle eines Kopfhörers sich den Leisesprecher auf das Kopfkissen legen (Abb. 4). Unter dem Namen »Portaphon« zeigt Philips einen Kommandolautsprecher nach Art eines Sprachrohres, bei dem Lautsprecher und Mikrophon zu einer baulichen Einheit vereinigt sind (Abb. 5). Der zugehörige Verstärker ist in einer Ledertasche, die an einem Riemen über der Schulter getragen werden kann, untergebracht." [Kösters in: AZ 5 1939, 351]

   
Portaphon
         

1940