Chronik

 

Elektroakustik (in Vorbereitung)

   

16.9.-15.10.1882

 

Internationale Elektricitäts-Ausstellung im Glaspalaste zu München

   

Telegraphie und Telephonie

 

"Telegraphenapparate und die sich bereits gewisser Beliebtheit erfreuenden Einrichtungen für Fernsprechwesen wurden viel studiert. Zum Ausprobieren der letzteren standen überall kleine, durch Leitungsdrähte miteinander in Verbindung stehende Zellen, in denen man die Güte der Übertragung des gesprochenen Wortes bei den verschiedenen Fabrikaten ausprobieren konnte.

  Glaspalast

Leider wurden diese Häuschen in Verkennung ihrer wahren Bestimmung von unkundigen Thebanern manchmal zur Verrichtung von Geschäften benutzt, die mit Telephonie nichts zu tun hatten, so daß sie später nur unter sicherem Geleit betreten werden durften; aber das tat der Gemütlichkeit keinen Eintrag." [Voigt 1925, 79]

 
         

1922

       

31.12.1922

 

Schallübertragungsanlagen in französischen LKWs

   
   

In Frankreich wird eine Verkehrsvorschrift erlassen (Code de la route, Decret du 31. Dec. 1922, Art. 22), "nach der Lastwagen über 3 t eine Schallübertragungsanlage haben müssen, die dem Lastwagenführer die Signale der Fahrzeuge, die ihn überholen wollen, anzeigt". Bis 1937 werden hierzu einfache Rohrsysteme sowie elektroakustische Systeme (Kohlemikrophon - Lautsprecher, Kohlemikrophon - Relais - Lichtsignal) benutzt. (Rubrik "Schrifttum", in: [AZ 3 1937, 157])

   
         

Anfang 1924

 

Radio in Berlin bereits populär

   
   

"In den letzten Wochen hat die Radioentwicklung in Deutschland, insbesondere in Berlin, große Fortschritte gemacht. Während noch vor etwa 2 Monaten Antennen auf den Häusern und Schaufenster, in denen Radioartikel auslagen, verhältnismäßig selten waren, kann man jetzt beides nicht nur an recht zahlreichen Stellen der Stadt beobachten, sondern das Radio hat bereits eine außerordentliche Popularität erlangt. Dies geht unter anderm aus zahlreichen Gesprächen hervor, die man gelegentlich auffängt, und in welchen die Interessenten gegenseitig ihre Meinungen über erzielte Resultate, über aufgenommene Musik, insbesondere aber über den Englandempfang austauschen. Man kann sogar in den belebtesten Stadtgegenden, insbesondere am Leipziger Platz, Leute mit großen Plakaten herumgehen sehen, welche kleine Broschüren feilhalten, in denen der Selbstbau von Apparaten als besonders verlockend angepriesen wird." [Nesper in: Radio-Amateur 3 1924b, 96]

   
         

1926

       

1926

 

Funkausstellung 1926

   

Firmenreduktion

 

"Ihr äußeres Gepräge erhielt die 3. Große Funkausstellung durch die Einweihung und Inbetriebnahme des eisernen Turmes. Wie damit der Ausbau des Witzlebener Messegeländes einen vorläufigen Abschluß gefunden hat, so ist auch in der bisher recht stürmischen Entwicklung der Funkindustrie eine gewisse Ruhe eingetreten. In den Vorjahren hatte sich eine beträchtliche Anzahl von Firmen dem scheinbar so lohnenden Gebiete zugewandt, ohne über einen genügenden Hintergrund von Wissen und Geld zu verfügen, und sie sind inzwischen von der Bildfläche wieder verschwunden." [Burstyn in: ETZ 39 1926, 1124]

   
         

1927

 

Geleitwort des Reichspostministers zur Funkausstellung 1927

   
   

"Mit leicht zu bedienenden, abstimmscharfen, preiswerten Geräten von gefälligem Äußern, möglichst in Verbindung mit einem guten und billigen Lautsprecher, wenigstens einen bestimmten deutschen Sender und den Deutschlandsender ungestört empfangen zu können, das ist die berechtigte Forderung, auf deren Erfüllung Reichspost und Fachindustrie hinwirken […]." (Georg Schätzel, zit. nach [Riedel 1994, 27])

   
         

1928

       

24.11.-2.12.1928

 

2. Westdeutsche Funk-Schau in Köln

   
   

"Der Detektorapparat, vor wenigen Jahren noch in vielen Variationen gezeigt, ist selten geworden, der Kopfhörer fast ausschließlich zum Hilfsmittel degradiert. Es dominiert das Dreiröhrengerät, das zumindest den Empfang des Bezirks-Senders im Lautsprecher sichert, teilweise aber auch in seiner Leistung schon so gesteigert wurde, daß unter günstigen Umständen sogar Fernempfang möglich ist." [Arntz in: westdeutsche Funk-Schau 1928, 14]

   
         

1929

 

die Acoustical Society of America wird gegründet.

   
         

1930

       

7.3.1930

 

Eröffnung des Heinrich-Hertz-Instituts für Schwingungsforschung

   
   

"Das Institut dient der Erforschung des gesamten Schwingungsgebiets, der mechanischen, akustischen und elektrischen Schwingungen. Ein besonderes Arbeitsgebiet ist die Untersuchung der Rundfunkstörungen". [Rundfunk-Jahrbuch 1931, 304]

   

1932

       

5.3.1932

 

das erste Heft des Rundfunk-Großhändlers erscheint

Die Interessenvertretung der Rundfunk-Großhändler, seit 1924 zunächst als "E. G. V.-Fachgruppe Radio" der "Elektro-Großhändler- und Exporteur-Vereinigung Deutschlands E. V.", ab 1931 als selbständiger Verband organisiert [Stern in: RGH 1 1932, 9], gibt ab März 1932 mit dem Rundfunk-Großhändler sein monatlich erscheinendes, offizielles "Fachblatt des Radio-Großhändler-Verbandes e. V." heraus.

  "Zum Geleit" des RGH
         

1932

 

"Die Schallplatten-Interessen der Telefunken Ges. für drahtlose Telegraphie werden künftig von der Firma Schallplatten G. m. b. H., Berlin SW 11, Hallesches Ufer 12, wahrgenommen. Nach der handelsgerichtlichen Eintragung ist die Deutsche Dubilier-Kondensator G. m. b. H. geändert worden in Schallplatten G. m. b. H. Gegenstand des Unternehmens ist fortan die Herstellung und der Vertrieb von Aufnahmeapparaturen und Verstärkern für Zwecke der Aufnahme von Schall-Phänomenen auf Schallträger; Musikplatten, Schallträgern, Sprechmaschinen, Zubehörteilen." (Rubrik "Radio-Mitteilungen", in: [Rundfunk-Großhändler 3 1932, 71])

   
        Dietz & Ritter - Radios

1932

 

"Die »Körting« Rundfunk-Empfänger sind da!"

1932 nimmt die Dr. Dietz & Ritter GmbH aus Leipzig – bis dato vor allem durch ihre Verstärker und Lautsprecher bekannt – auch Rundfunkgeräte in ihr Programm auf. Beginnend mit einer ersten, auf der Funkausstellung präsentierten Typenreihe (Einkreis-, Zweikreis- und Dreikreisempfänger sowie Superhet) werden die Radios fortan unter dem Namen »Körting« vermarktet.

 
       
         

19.-28.8.1932

 

Große Deutsche Funkausstellung Berlin 1932

   Glaspalast
         

1932

 

Autoradios erstmals in Deutschland

   
   

"Die BLAUPUNKT-Fahrzeug-Empfangsstation der Ideal-Werke, ein 5-Röhren-Superhet mit 3 Schirmgitterröhren und 1 Penthode, ist für Deutschland völlig neu. Apparat und dynamischer Lautsprecher sind unter dem Armaturenbrett angebracht, während die Bedienungsgriffe – es handelt sich um einen Empfänger, der in absoluter Einknopfbedienung arbeitet – vom Steuerrad aus betätigt werden. […] Namhafte Autofirmen Deutschlands interessieren sich lebhaft für den serienmäßigen Einbau dieses ersten deutschen Auto-Empfängers in ihre Wagen." (Rubrik "Mitteilungen aus der Industrie", in [Rundfunk-Großhändler 6 1932, 157])

 

Blaupunkt

         

1933

       

5.3.1933

 

"Reichskanzler Adolf Hitler hörte am 5. März 1933 das Ergebnis der schicksalsbestimmenden Reichstagswahl durch einen SABA Apparat! Ein rein deutsches Erzeugnis dient dem Führer!

Das Gerät Saba 41W in der Reichskanzlei hat in vielen tausend Exemplaren deutscher Wertarbeit Weltruf verschafft. Es ist Vorläufer gewesen für die heutigen hochleistungsfähigen Apparate Saba 310W und Saba 520W. Ein solches Fabrikat, das der Führer benutzt, muß vertrauenswürdig sein. Bevorzugt deutsche Arbeit!" (Werbung in: [IB 1933, "Adolf Hitler-Sondernummer"])

 

Reichskanzlei

SABA  41 W

SABA 310 WL

SABA 520 WL

         

5.-12.3.1933

 

Leipziger Frühjahrsmesse

   
         

1934

       

1934

 

Rundfunkgeräte für den Gemeinschaftsempfang

   

Telefunken

Ehrich & Graetz

Grawor

Siemens

Körting

Staßfurt

 

"Den ersten Anstoß zur Pflege dieses Sondergebietes gab Telefunken mit seinem »Kamerad«, der einen Hochwirkungsgrad-Lautsprecher mit Nawi-Membran enthält. Ehrich & Graetz baut in seine Empfänger einen Spezial-Hochphon-Lautsprecher mit 14000 Gauß ein, der aus dem gewöhnlichen Rundfunkapparat einen Gemeinschaftsempfänger macht, weil er etwa den fünffachen Wirkungsgrad des gewöhnlichen Einbaudynamiks aufweist. Graß & Worff hat einen neuen permanent-dynamischen Spezial-Lautsprecher für Gemeinschaftsempfang »Energos Ôrstit« entwickelt, der zur Frühjahrsmesse groß herauskommt. Siemens hat Spezial-Gemeinschaftsanlagen für 2 Watt, 8 Watt und 20 Watt entwickelt […]. Als Empfänger wird hier der Länderband-Super »Siemens 48« verwendet. Dr. Dietz & Ritter haben eine ganze Serie von außerordentlich betriebssicheren Spezialverstärkern und Anpassungsgliedern entwickelt, die mit den Excello-Lautsprechern für verschiedene Belastung von jedem Händler zusammen mit einem Körtingempfänger zur Gemeinschaftsanlage erweitert werden können. Die Staßfurter Rundfunk-Gesellschaft brachte einen Spezialempfänger für Gemeinschaftsempfang, den Staßfurt-Imperial 64 mit der Valvo LK 4200 für 6 Watt Sprechleistung bei nur 4 Prozent Klirrfaktor, heraus.

 

Nawi-Membran

Energos Ôrstit

Excello

Volksgemeinschaft

 

So wird der Gemeinschaftsempfang von der technischen Seite her immer betriebssicherer und besser gestaltet, damit auch der kleinere Rundfunkhändler derartige Anlagen leicht aufbauen und warten kann. Die Verbundenheit der Volksgenossen in der Volksgemeinschaft wird gerade durch den Gemeinschafts-Rundfunkempfang am besten gefördert, so daß der Händler auf diesem Gebiet neben seiner wirtschaftlichen auch eine sozialpolitische Aufgabe erfüllen kann." [anonym in: Radio-Händler 1 1935, 22]

 

Gemeinschafts-
empfang

         

1935

       

1.1.1935

 

Radio populärer als Telephon

   
   

"Nach dem Stande vom 1. Januar 1935 zählte Deutschland 6 142 921 Rundfunkanlagen, denen genau 1 799 536 Fernsprechhauptanschlüsse gegenüberstehen. Deutschland hat also mehr als dreimal soviel Rundfunkhörer wie Fernsprechteilnehmer." [AfF 3 1935, 98]

   
         

1.4.1935

 

Einzelhändler werden zur 'Gemeinschaftsarbeit' verpflichtet

   
   

"Zur Verwirklichung der Forderung der Regierung Adolf Hitlers 'Rundfunk in jedes Haus' haben die Verbände der Rundfunkwirtschaft mit der Reichsrundfunkkammer […] ab 1. April 1935 die Durchführung einer laufenden Gemeinschaftsarbeit und Gemeinschaftswerbung beschlossen."

Mit diesem Beschluß wird der "Werbeapparat der Reichsrundfunk-Gesellschaft mit Werbewagen und Werbegeldern" der Reichsrundfunkkammer überstellt, und die Rundfunk-Einzelhändler werden zu einer Abgabe von 10 Pfennig pro verkauftem "Gerät" (weiter nicht definiert) verpflichtet. [AfF 6 1935, 186ff.]

   
         

1936

       

1936

 

elektrifizierte Schallmeßverfahren

   
   

"Die akustische Meßtechnik ist aufs engste mit der Entwicklung der Verstärkerröhre verknüpft. In diesem Zusammenhang kann man sogar sagen, daß die Akustik eine Elektroakustik geworden ist. Es gibt mit wenigen Ausnahmen keine Schallmeßverfahren mehr, sei es zur Bestimmung von Intensitäten, von Frequenzen oder von Fortpflanzungsgeschwindigkeiten, das nicht in großem Umfange die Hilfsmittel der Schwachstromtechnik benutzt." [Meyer/Waetzmann in: AZ 3 1936, 114f.]

   
         

28.8.-6.9.1936

 

13. Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 1936

   

klangliche Vervollkommnung

 

"Die diesjährige Große Deutsche Funkausstellung zeigte die nicht nur vom Standpunkt des Akustikers erfreuliche Tendenz zur klanglichen Vervollkommnung der Empfangsgeräte. Anscheinend ist die Entwicklung des Hochfrequenzteiles der Rundfunkempfänger zu einem gewissen Abschluß gekommen, so daß man sich mehr dem Niederfrequenzteil und den Lautsprechern zuwenden kann. […]

 

Verstärker

größere Lautstärke

 

Gleichlaufend mit der Steigerung der Niederfrequenzleistung werden im allgemeinen etwas größere Lautsprecher, zum Teil auch Lautsprecherkombinationen verwandt.

   
   

Von der Firma Siemens & Halske A. G. wurde ein Gerät gezeigt, das wohl das zur Zeit erreichbare Optimum an ton- und klangrichtiger Wiedergabe bietet. Dieses sog. Kammermusikgerät verzichtet bewußt auf allzu große Fernempfangsleistung, um eine Einschränkung des Niederfrequenzbandes durch die Hochfrequenzabstimmung zu vermeiden. Die Niederfrequenzleistung beträgt etwa 8 Watt. Drei Konuslautsprecher sollen eine gute Schallabgabe für alle Hörfrequenzen sichern. Als Tieftonlautsprecher findet ein dynamischer Hebellautsprecher Verwendung.

 

Kammermusikgerät

Massenbeschallung

 

Außer dem Bestreben, die akustischen Eigenschaften der Geräte zu verbessern, hat auch die immer häufigere Verwendung von Übertragungsanlagen bei nationalen Feiern, großen Sportveranstaltungen u. ä. der Lautsprecherfabrikation einen starken Antrieb gegeben. […]

 

Großlautsprecher

Klangspeicher

 

Die Selbstherstellung von Schallplatten scheint kaum größeren Umfang anzunehmen als bisher. Im wesentlichen wurden jedoch die schon aus dem Vorjahr bekannten Konstruktionen mit einzelnen Verbesserungen ausgestellt. Als Antriebsmotor für Plattenschneidgeräte verdrängt der Synchronmotor alle anderen Antriebsmaschinen.

 

Plattenschneider

   

Bemerkenswert ist das von der Firma Dr. Daniel ausgestellte sog. Tefiphon. Dieses Gerät arbeitet mit der üblichen Berliner Schrift, verwendet jedoch an Stelle der runden Platte ein endloses Filmband. Das Filmband ist verschränkt zusammengeklebt, so daß eine einseitige Fläche entsteht, die nun, ohne daß das Band gewendet werden muß oder rückwärts läuft, beiderseitig beschriftet wird. Die Abspielzeit von einem Meter dieses Filmes beträgt 14 Minuten. Auf jeder Seite des Filmes werden hierbei 100 Rillen untergebracht. Da die Vorratstrommel im Grenzfall 100 m Film enthalten kann, so ergibt sich die Möglichkeit einer ununterbrochenen Aufnahmezeit von 23 Stunden.

 

Tefiphon

Musikinstrumente

 

Die elektrischen Musikinstrumente waren durch die bekannte Vierlingsche Glimmlampenorgel vertreten." [Kösters in: AZ 2 1936, 103f.]

 

Vierling

         

September 1936

 

"Zur Einführung" der Akustischen Zeitschrift im September 1936

Im September 1936 erscheint erstmals die Akustische Zeitschrift, herausgegeben im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft unter Mitwirkung der Deutschen Reichspost und der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Die Aufgabe dieser "besonderen Zeitschrift" sei es, fortan "alle wissenschaftlichen und technischen Forschungsergebnisse der verschiedenen akustischen Fachgebiete einheitlich" zusammenzufassen ("Zur Einführung", in: [AZ 1 1936, 1]).

 

"Zur Einführung" der AZ

         

1937

       

1937

 

kreative Störung elektroakustischer Linearität

   

Kuriosum

 

Ein 1937 angenommenes Patent irritiert die Wissenschaftsgemeinde. Während sich die akustische Technik seit Jahren um die Beseitigung von Störungen in elektroakustischen Systemen bemüht, von Braunmühl hierzu gerade ein neues Ziel abgesteckt hat: die Herabsetzung des Klirrfaktors auf 2% [v. Braunmühl/Weber in: AZ 3 1937], schlägt der Patentanmelder Dr. Narziß Ach [sic] eine kreative Nutzung von Gleichlaufschwankungen bei Schallaufzeichnungen vor. Kommentar in der AZ: "Trotz der durch die Erteilung des Patentes bewiesenen Erfindungshöhe ist zu hoffen, daß das Patent keine ausgedehntere Anwendung findet." (Rubrik "Patenschau", in: [AZ 3 1937, 150])

 

DRP 641006

         

30.6.-3.7.1937

 

erstmals Internationaler Akustischer Ausschuß

   
   

In Paris tritt erstmals ein internationaler akustischer Ausschuß zur Schaffung einheitlicher internationaler Normen zusammen. Aus Deutschland nehmen teil: "Dr. Benecke (Telefunken), Postrat Braun (Reichspostzentralamt), Dr. von Braunmühl (Reichs-Rundfunk-Gesellschaft), Regierungsrat Dr. Grützmacher (Physikalisch-Technische Reichsanstalt), Dr. Hartmann (Siemens & Halske) und Prof. Dr. Erwin Meyer (Institut für Schwingungsforschung der Technischen Hochschule Berlin)". Unter dem Vorsitz Deutschlands beschließt der Ausschuß "Elektroakustik" u. a., die Ausarbeitung von Bewertungsschemata für Schallaufzeichnungsgeräte und für Lautsprecher in Angriff zu nehmen. (Rubrik "Nachrichten", in: [AZ 4 1937, 215f.])

   
         

1937

 

Superhets für den Fernempfang beliebt

   

Funkausstellung

 

"Wenn man trotzdem auf der Funkausstellung 1937 eine bestimmte Richtung in der Entwicklung sehen will, so kann man eigentlich nur das weitere Vordringen des Superhets feststellen. Damit hat in gewisser Hinsicht das Verlangen nach dem Empfang ferner Sender, den der Superhet verbürgt, über das Verlangen nach allerbester Wiedergabe, die der Geradeaus-Empfänger ermöglicht, den Vorrang errungen. Diese Entwicklung wäre bedauerlich, wenn man nicht gleichzeitig alles getan hätte, um auch beim Superhet ein Optimum der Wiedergabe zu erzielen." [Kösters in: AZ 5 1937, 271f.]

   
         

1938

       

11.2.1938

 

"Regelung der Stimmtonfrage im deutschen Hoheitsgebiet"

   

435-440 Hz

 

"Bei allen öffentlichen Musikdarbietungen im deutschen Hoheitsgebiet und bei dem Bau von Musikinstrumenten ist das auf der Wiener Stimmtonkonferenz im Jahre 1885 als Normstimmton a' mit 435 ganzen Schwingungen in der Sekunde (Hz) […] innezuhalten oder wenigstens die Annäherung an diesen alten Wert anzustreben: auf keinen Fall aber ist ein Stimmton zu verwenden, der über 440 Hz liegt."

Nach Inkrafttreten dieser Regelung durch die Physikalisch-Technische Reichsanstalt dürfe ein Musikinstrument mit höher liegendem Stimmton für öffenntliche Darbietungen nicht ohne weiteres mehr verwendet werden. (Rubrik "Nachrichten", in: [AZ 2 1938, 112])

   
         

20.6.-2.7.1938

 

CCIF-Konferenz empfiehlt Frequenzbanderweiterung

   
   

Auf einer Konferenz des Comité Consultatif International Téléphonique (CCIF) in Oslo wird eine Empfehlung zur Erweiterung des Fernsprech-Frequenzbandes von 300 bis 2400/2600 Hz auf zunächst 300 bis 3400 Hz formuliert. (Rubrik "Nachrichten", in: [AZ 4 1938, 240])

   
         

5.-21.8.1938

 

Funkausstellung "Rundfunk — Stimme der Nation"

   

Politik

 

"Zum ersten Male nach der Rückkehr der Ostmark zum Altreich beteiligen sich die Rundfunschaffenden des Senders und der Rundfunkindustrie des Landes Österreich an einer Großen Deutschen Rundfunkausstellung. Wenn daher für diese Ausstellung der Untertitel 'Rundfunk — Stimme der Nation' gewählt wurde, so wird hierdurch auch nach außen hin diese Rundfunkeinheit dokumentiert." (Rubrik "Mitteilungen", in: [Rundfunkarchiv 6 1938, 250])

   

Technik

 

Da die Wiedergabequalität der Rundfunkempfänger kaum noch Wünsche offen lasse, stehe die Reduzierung des Aufwandes im Vordergrund, um niedrige Preise zu ermöglichen. Umwälzende Neuerungen seien daher auf der Funkausstellung nicht anzutreffen, vielmehr kleinere Verbesserungen vor allem in den Bereichen: Vergrößerung der Dynamik, Erweiterung des Frequenzbandes, Verringerung des Klirrfaktors. [Kösters in: AZ 5 1938, 318]

   
         

1939

       

1939

 

Kooperation von Architekten und Elektroakustikern

Mit einer 28seitigen Firmendruckschrift richtet sich Telefunken 1939 an Architekten, um auf die nötige Zusammenarbeit mit Elektroakustikern bereits bei der Planung staatlicher und privater Gebäude sowie öffentlicher Plätze hinzuweisen. Nicht nur im Rahmen des Gemeinschaftsempfanges würden "in den Bauten der Partei, des Staates und der Wehrmacht, in großen und kleinen Betrieben, in Büro- und Verwaltungsgebäuden, auf Straßen und Plätzen Lautsprecheranlagen errichtet", zahlreiche weitere inzwischen verbreitete Anwendungsmöglichkeiten von Lautsprecheranlagen seien architektonisch zu berücksichtigen. [Telefunken 5 Ela 361]

   
         

11.-12.5.1939

 

ISA empfiehlt einen Stimmton von 440 Hz

   
   

Auf einer Sitzung in London beschließt die "Internationale Foederation der Nationalen Normenvereinigungen (ISA)", den vom Deutschen Normenausschuß ausgearbeiteten Vorschlag auf Festsetzung der Musizierstimmung auf 440 Hz allen nationalen Normenausschüssen zur Annahme zu empfehlen. (Rubrik "Nachrichten", in: [AZ 4 1939, 288])

   
         

1939

 

1000 Hz und 440 Hz täglich vom Deutschlandsender

"Um den wissenschaftlichen und technischen Instituten und Laboratorien täglich, wenn auch nur für einige Minuten, eine Normalfrequenz zur Verfügung zu stellen, sendet der Deutschlandsender an allen Werktagen in den Zeiten von 11 Uhr bis 1108 Uhr den Ton 1000 Hz und von 1108 Uhr bis 1112 den Ton 440 Hz (Stimmton) aus." [AZ 5 1939, 350]

   
         

1939

 

16. Große Deutsche Rundfunkausstellung Berlin 1939

   

weniger Radiogerätetypen

 

"[…] Das Reichs- und Preußische Wirtschaftsministerium und der Reichskommissar für Preisbildung haben […] der Rundfunkindustrie eine starke Einschränkung der Typenzahl auferlegt. Der Einfluß dieser Rationalisierung, die Verminderung der Typenzahl und die damit zusammenhängende Verbilligung der Geräte sind der augenfälligste Eindruck dieser Ausstellung. […]

   
   

Eine etwas lebhaftere Entwicklung findet man auf dem Mikrophongebiet. […]

 

Mikrophone

   

Die Entwicklung des dynamischen Lautsprechers scheint schon seit mehreren Jahren so ziemlich zum Abschluß gekommen zu sein. Man sieht deshalb wenig Neues. […]

 

Lautsprecher

Meßgeräte

 

Bei den Meßgeräten fällt die immer weiter steigende Benutzung der Braunschen Röhre auf. […] Auf dem Siemens-Stand ist ein neuer Schwebungssummer für Frequenzen von 30 – 20000 Hz zu sehen, der eine Ausgangsleistung von 0,5 Watt besitzt." [Kösters in: AZ 5 1939, 350ff.]

   
         

1940